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Warum ich hier schreibe

Warum ich hier schreibe
Für einen Kleininterlektuellen, Neuphilosophen, Autor , doch ohne Namen als Wissenschaftler, Politiker oder Journalist, ist es kaum möglich, ein Publikum für seine Ansichten, sein Denken und seine Ideen zu finden. Da ich aber glaube, einiges Vernünftige sagen zu können, ist die digitale Technik doch für etwas gut. Ich sehe meine Webseite daher als eine Art Zettelkasten für meine ‚Notate‘, eine Auswahl von für mich wichtigen Ereignissen, Gedanken, Stellungnahmen, wobei ich mir bewusst bin, zuerst für mich selbst zu schreiben. Das ist angesichts meines Alters zudem für die Selbstreflexion eine gute Übung. Diese  eigene Webseite soll mich daher abbilden und Anregungen geben. Meine Eigenschaften als Idealist und verkappter Pädagoge werden dabei hoffentlich nicht zu deutlich.
Wichtig war und ist für mich: Vor fünfzig Jahren habe ich mein Interesse für Politik entdeckt. Ich habe gelernt, dass wir als soziale Gemeinschaft Verantwortung füreinander übernehmen müssen. Und für uns, die wir nicht nur aus eigener Tüchtigkeit die sogenannte westliche Kultur geschaffen haben, geht diese Verantwortung über das Überleben, die Fortpflanzung und das Dach über dem Kopf hinaus, Das bestimmt nämlich heute noch immer für zwei Drittel der Menschen ihr Denken, weil ihr Überleben davon abhängt. Diese Erkenntnis prägt auch mein Handeln. Zu Vielen von uns, denen es wie mir gut geht, fehlt das Bewusstsein für die Verantwortung, die wir ja nicht einmal gegenüber einem Drittel im eigenen Land ausreichend wahrnehmen oder einfach nicht sehen möchten, weil – um es ruhig plakativ zu sagen – das neueste Handy, die nächste Fernostreise und der noch größere SUV wichtiger sind. Dieser Verantwortung durch Informationen und eigene Stellungnahmen Gehör zu verschaffen ist mein Thema.

28.02.2023          Zweifel nicht angebracht
Nachdem ich gerade wieder eine Lebensmarke (85) hinter mir habe, bleiben die Zweifel, ob ich mit meinem Vorhaben ‘Webseite’ richtig liege, die doch trotz einiger Leser eher ein eigenes Lebenstagebuch ist. Gut, dass mir dabei   mein großartiger Mentor Erich Fromm zur Seite steht. Der sagt (‚Über die Liebe zum Leben‘, ISBN 3763232968, S.165  f.):
„Es ist eine außerordentliche Notwendigkeit, dass es politisch engagierte Menschen gibt, die an der Stelle, wo sie stehen, freimütig sagen, was sie denken, was sie wissen. Man kann das Private und das Öffentliche nicht trennen. Man kann das Wissen von sich und das Wissen von de Gesellschaft nicht trennen. Beides gehört zusammen….Und wenn man den Menschen liebt, dann kann man nicht die Erkenntnis und die Liebe nur auf das Individuelle erstrecken. Das muss zu Fehlern führen. Da muss man ein politischer Mensch, ein politisch – ich würde sogar sagen -leidenschaftlich interessierter Mensch sein in der Weise, wie es dem eigenen Temperament, dem eigenen Beruf, den eigenen Fähigkeiten am meisten entspricht. Ich möchte noch etwas sagen, was dazu gehört. Ich glaube, für den Intellektuellen gibt es in erster Linie, in zweiter Linie und in dritter Linie nur eine Aufgabe und das ist, die Wahrheit zu suchen, so gut er kann, und sie zu sagen. Der Intellektuelle ist nicht primär dazu berufen, es ist nicht primär seine Funktion, politische Programme zu entwerfen. Das schränkt nicht das ein, was ich vorher gesagt habe. Aber er hat …..die spezielle Funktion eines kompromisslosen Verfolgens der Wahrheit ohne Rücksicht auf eigene oder andere Interessen. Und wenn die Intellektuellen im Dienste eines Parteiprogramms und im Dienste politischer Ziele, mögen sie auch noch so gut sein, ihre Funktion einschränken, die volle Wahrheit zu suchen und zu sagen, dann versündigen sie sich an ihrer eigensten Aufgabe, die sie haben  und am Ende an der wichtigsten politischen Aufgabe, die sie haben: denn ich glaube allerdings, dass der politische Fortschritt davon abhängt, wieviel wir von der Wahrheit wissen, wie klar und kühn wir sie sagen und wieviel davon die Menschen beindruckt.“ Sicher ist Fromm einer der und vielleicht sogar der hellste Kopf der Sozialdenker der letzten zweihundert Jahre. Danke lieber Fromm!

06.03.2022          Geplatzter Traum
Die beiden wichtigsten Themen meiner Webseite waren und sind ’Frieden/ohne Waffen‘ und ‚Gerechtigkeit/Klima‘. Ersteres ist jetzt so weit zurückgeworfen, dass ich ein wenig mutlos geworden bin, ob die nicht allzu zahlreichen zumindest in Europa positiven Entwicklungen für Frieden und Gerechtigkeit die nächsten Jahre überdauern, geschweige denn fortgeführt werden. Ein trauriges Ergebnis auch für unsere Politiker, für die Wohlstandswachstum und das Nacheifern der USA wichtiger waren als Friedens- und Gerechtigkeitspolitik. Die EU hat hier ebenfalls versagt, und das ausgerechnet unter einer deutschen Kommissionspräsidentin.
Gerade fiel mir wieder der schmale Band “Draußen vor der Tür” von Wolfgang Borchert in die Hände mit dem 15 Geschichten und meiner Anmerkung, die ich dazu gemacht habe: “Eindringlicher lässt sich die Grausamkeit des Krieges, seine Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Leben, seine Sinnlosigkeit aber auch die Gleichgültigkeit Vieler, die als Mitverursacher weiterleben, nicht beschreiben.” Der gerade 24jährige Autor, der schon im Gefängnis gesessen hatte, gesundheitlich schwer angeschlagen aus dem Krieg kam und schon drei Jahre später starb, schildert mit unglaublicher Intensität die Verzweiflung und die Einsamkeit der vielen Betroffenen. Es geht noch heute unter die Haut. Wir können gar nicht ermessen, welches Glück wir hatten zu überleben und dann auch bis heute ein so gutes Leben führen können. Die Dankbarkeit dafür sollte uns bewegen, unseren noch so kleinen Beitrag zu leisten, damit diese Vergangenheit sich nicht wiederholt.