Juli 2023

18.07.2023          Der Wölfersheim-Skandal

Für die anstehende Landratswahl im Wetteraukreis wird sich auch ein Mann namens Rouwen Kötter bewerben, derzeit von der SPD entsandter erster Beigeordneter des Regionalverbands Rhein Main. Er hat sich einen zweifelhaften Ruf erworben als Urheber eines regelrechten Skandals. Dabei handelt es sich um das Vorhaben von REWE, einem der größten Lebensmittelkonzerne der Republik, der u. a. mit Produkten aus der Region wirbt. Der plant ein Zentrallager im Umkreis von 60 km um Frankfurt, um die bisherigen Standorte in Rosbach und Hungen zusammenzulegen. Er hatte sich bereits für eines von zehn Angeboten entschieden als Herr Kötter, seinerzeit Bürgermeister der Gemeinde Wölfersheim im Wetteraukreis, ein besonders günstiges Angebot machte: 30 Hektar besten Ackerbodens in seiner Gemeinde verbunden mit der Zusage, für die Umwandlung in Gewerbegebiet auch die Genehmigung des darüber entscheidenden Regionalverbands zu erhalten. Er winkte das auch durch, nachdem er sein Ortsparlament in nichtöffentlicher Sitzung und ohne Anhörung der Bürger und der Nachbargemeinden auf Linie gebracht hatte. Viele Bürger fragten da schon, wie ein Großkonzern sich über die zahlreichen rechtlichen und sachlichen Bedenken hinwegsetzen kann, und er fragt sich auch, wie ein Bürgermeister wegen einiger sehr zweifelhafter Mehreinnahmen für seine Gemeinde wertvolles Ackerland verscherbelt.. Und was sein Argument der Schaffung neuer Arbeitsplätze betrifft:: In Hungen und Rosbach, den beiden derzeitigen Lagern, würden dann nämlich zahlreiche Arbeitsplätze wegfallen, das neue Lager wird dagegen aufgrund seiner Ausstattung mit modernster Logistik- und Lagertechnik sehr viel weniger Arbeitskräfte als bisher benötigen. Da der von der Landesregierung vorgegebene prozentuale Zuwachs an Flächenverbrauch auch im letztlich entscheidenden Regionalparlament eine Rolle spielt, fragt man sich schließlich, welche Mauscheleien sich dort wohl abgespielt haben, um die Baugenehmigung zu erhalten. Glücklicherweise ist es dem tatkräftigen BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) gelungen, durch Klagen, die derzeit schon beim Bundesverwaltungsgericht liegen, den Bau bisher zu verhindern. Ob nun gebaut wird oder nicht; es bleibt die schlechte Erinnerung an einen Politiker, der mehr persönlichen Ehrgeiz als Verantwortungsgefühl für die Bürger und den Erhalt der Natur besitzt. Es bleibt zu hoffen, dass die Bürger sich daran erinnern und dieser anrüchige Politiker nicht zum Landrat gewählt wird..

 

Mobilitätswende Freiburg – Auszug aus dem Newslewtter7/23 von Parents for Future

Im Herbst 2022 haben sich 15 Initiativen und Organisationen aus Freiburg und Umgebung, die für eine andere Mobilität kämpfen, zusammengetan und das „Netzwerk Mobilitätswende Freiburg“ gegründet. An jedem zweiten Montag im Monat werden Fragen einer sozial- und umweltgerechten Verkehrswende besprochen, Infos ausgetauscht und Aktionen geplant.                                                                                                        Beim letzten bundesweiten Aktionstag zur Mobilitätswende am 23. April wurden dann die „Wendetische“ – der Freiburger Aktionsbeitrag – zum ersten Mal vom „Netzwerk Mobilitätswende Freiburg“ getragen. 2021 und 2022 ging die Initiative noch von den P4F Freiburg aus. Schon damals konnten unter dem Motto „KlimaTische“ viele örtliche Initiativen zur Teilnahme gewonnen werden. Jetzt, mit mehr man power und gemeinsamer Struktur, konnte gleich zu Beginn zusammen geplant und weiterentwickelt werden. Für die „Wendetische“ wurde ein Teilstück der viel befahrenen B31 gesperrt und mit Infotischen sowie kleinen Aktionen der verschiedenen Initiativen gefüllt. Es gab Live-Musik, Spielmöglichkeiten für Kinder, ein Verkehrsquiz, Café-Angebote, Straßenmalaktionen, Foodsharing mit kostenfreien Lebensmitteln, ein Tunneltraining mit dem ehemaligen SC-Trainer Volker Finke und mehrere informative Redebeiträge. Mit viel Beifall wurden die Teilnehmer*innen der Sternfahrt aus den Dörfern und Städten aller vier Himmelsrichtungen empfangen. Gerade diese Sternfahrten führten zu zahlreicher Presseresonanz in kleinen lokalen Zeitschriften. Im Mittelpunkt stand der Protest gegen den Bau eines Stadttunnels mit Autobahnstatus und den Ausbau der B31 West, mit dem die Zerstörung des Niedermoors Wasenweiler/Gottenheim einhergeht. Aber auch andere Umweltthemen hatten auf den Wendetischen der fast 30 Initiativen und Organisationen Platz. Neben der Organisation der „Wendetische“ hat das Netzwerk als weitere große Aktion eine gemeinsame Stellungnahme zum Klimamobilitätsplan der Stadt erarbeitet und der Stadt Freiburg übergeben. Die P4F Freiburg sind weiterhin als eigene Gruppe mit einem Schwerpunkt Mobilität und vielen anderen Themen aktiv, wir freuen uns aber über die hilfreiche und produktive Zusammenarbeit im „Netzwerk Mobilitätswende Freiburg“ zu allen Themen der Mobilitätswende.

 

 

 10.07.2023          Armut und Reichtum bei uns

Der Paritätische Wohlfahrtsverband beklagt einmal wieder, dass in einem so wohlhabenden Land wie bei uns jede*r Siebte als arm anzusehen ist. Die staatlich Quelle Destatis stellt in ihrem Bericht aus 2022 „Monetäre Armut in Deutschland“ fest, dass dies für über zwölf Millionen Einwohner zutrifft
Etwa die Hälfte von ihnen waren sogar von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen. Es bedeutet, dass ihre Lebensbedingungen aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln deutlich eingeschränkt waren. „Die Betroffenen waren zum Beispiel nicht in der Lage, ihre Rechnungen für Miete, Hypotheken oder Versorgungsleistungen zu bezahlen, eine einwöchige Urlaubsreise zu finanzieren, abgewohnte Möbel zu ersetzen oder einmal im Monat im Freundeskreis oder mit der Familie etwas essen oder trinken zu gehen“, so das Ergebnis der Untersuchung zum Thema Armut und soziale Ausgrenzung. Dem entspricht, dass nach der kürzlich veröffentlichten Studie „Does Inequality Matter?“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Deutschland zu den Ländern gehört, in denen besonders viele Menschen es besonders schwer haben, aus der Armut der eigenen Familie auszubrechen. Zusätzlich fand eine gemeinsame Analyse der OECD sowie der Bertelsmann Stiftung 2021 heraus: Die Mittelschicht in Deutschland bröckelt. „Das Risiko, aus der Mittelschicht abzusteigen, hat in den vergangenen Jahren vor allem in der unteren Mittelschicht zugenommen“, heißt es in der Analyse. Gefährdet seien all jene, die unter Berücksichtigung der Haushaltsgröße ein verfügbares Einkommen zwischen 75 und 100 Prozent des mittleren Einkommens haben. Während 1995 noch 70 Prozent der Bevölkerung zu dieser Einkommensgruppe zählten, waren es 2018 nur noch 64 Prozent. Mit dem Abstieg aus dem Mittelstand in die untere dieser Einkommensschicht wächst das Risiko, von Armut bedroht zu sein oder gar bereits arm zu sein. Zwischen 2014 und 2017 rutschten 22 Prozent der 18- bis 64-Jährigen in die unteren Gehaltsregionen. Die Folgen für Valentina Consiglio, Mit-Autorin und Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung: „Wer in Deutschland einmal aus der Mittelschicht herausfällt, hat es heute deutlich schwerer, wieder aufzusteigen“.
Das Ergebnis ist eindeutig: Die Schere zwischen arm und reich klafft trotz ständig steigendem Bruttosozialprodukt immer weiter. Eine Folge ist, dass zehn Prozent von uns inzwischen über mehr als die Hälfte unseres Gesamtvermögens verfügen. Und noch etwas gibt zu denken: In Europa sind wir das Land mit dem höchsten Prozentsatz an Mindestlöhner*innen und weltweit das Land mit den meisten Milliardären im Verhältnis zur Zahl der Einwohner.
Das Alles ist unseren Regierenden bekannt, stört dort aber offenbar niemand. Stattdessen sollen ab und an kleine Zugaben, wie kleine HartzIV- Erleichterungen und eine Erhöhung des Kindergelds das Volk wohl bis zur nächsten Wahl beruhigen. Die Bürger allerdings, die etwas von Solidarität halten, sind damit ganz und gar nicht einverstanden. Warum werden bei uns nicht wie in vielen anderen Ländern alle Einkommen besteuert, zahlen alle in die gleiche Rentenkasse ein, werden die ungerechtfertigten Subventionen kontinuierlich heruntergefahren? Nur so würde Solidarität gestaltet. Wissenschaftler aller Richtungen sind sich im Übrigen einig in der Überzeugung, dass die zur Bewältigung der Klimakrise notwendige Transformation ohne eine gerechtere Einkommens- und Vermögensstruktur nicht zu erreichen ist.
Viele Bürger fordern inzwischen die Einführung dazu ein seinen Namen verdienendes Bürgergeld. Das steht jedem Bürger zu und wird mit seinem bisherigen Einkommen verrechnet, so dass die bestehende Vermögens- und Einkommensstruktur dadurch nicht wesentlich geändert wird. Es bedeutet aber für 15 Millionen unter uns das Ende eines Lebens von der Hand in den Mund als Schandfleck für unsere Republik. Seine Einführung erst einmal nur für Bürger, die bereits heute unter der Steuerpflichtgrenze liegen, wäre auch politisch ein wichtiges Signal, dass unser Staat der finanziell begründeten Ausgrenzung von Bürgern begegnen will.

03.07.2023          Sparen ist einfach und nützlich, -2 ( -1 am 6.1.23)

Praktisch für Jede*n von uns ist es möglich, mit nur wenig Mühe Geld zu sparen, was derzeit schon wegen der massiv verteuerten Lebenshaltung angesagt ist.
Wassersparen bedeutet dauerhaft geringere Kosten bei einer Investition, die sich meist schon nach Monaten rechnet. Daneben ist es ein Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise. Für Pflanzen und Garten ist zwar die Tropfenbewässerung die beste Lösung, aber sparsame Verwendung per Schlauch und Gießkanne tun‘s auch. Besonders vorteilhaft ist es, im Haushalt Wasser zu sparen. Die Statistik zeigt für 2015, dass der Durchschnittsbürger täglich 123 Liter verbraucht, davon allein 33 nur für das WC. Hier sparen geht so: Die meisten WCs haben heute eine gesonderte Spartaste, die für das kleine Geschäft nur 4 Liter Wasser statt der normalen doppelten Menge frei gibt. Noch sparsamer geht es mit einem kurzen Klick auf die Spartaste; damit läuft dann nur etwa 1 Liter aus Vorrat, was hygienisch ausreichend ist. Die Erfahrung zeigt übrigens, dass die Spartaste sogar fürs große Geschäft ausreicht, da die Durchmesser der Abwasserleitungen schon lange großzügig ausgelegt sind. Für ältere WCs erzielt man mit einem einfach zu installierenden WC-Wasserstop etwa gleiche Ergebnisse. Das fürs große Geschäft benötigte Papier (nur mehrlagiges) lässt sich mit kleinem Geschick nach dem Durchziehen falten und nochmals durchziehen. So spart man bis 50 % an Papier. Sparsam kann es auch in Bad und Küche zugehen. Beim Händewaschen, im Spülbecken und der Badewanne lässt sich je nach Produkt bis zu 60 % Wasser sparen, wenn man am Wasserausgang der Armatur den leicht abzuschraubenden üblichen Luftsprudler durch einen sogenannten Perlstrahler ersetzt, der außerdem kaum verkalkt. Die abgeschraubten Teile besser zum Händler mitnehmen, denn die Maße sind unterschiedlich und es gibt Außengewinde- und Innengewindestrahler! Nach Zahlen aus 2009 (neuere fand ich nicht) kam ein Durchschnittshaushalt allein hierdurch auf ein Ersparnis von 120 Euro jährlich, was sich heute gut verdoppelt haben dürfte. Und auch das dürfte erheblich zum Sparen beitragen: Ich habe herausgefunden, dass in der Küche das Hände- wie Gemüsewaschen genauso gut geht, wenn ich den Hahn nur zur Hälfte aufdrehe und zudem möglichst oft nur Kaltwasser benutze.
Auch bei den Zähnen läßt es sich sparen. Mit einer kompostierbaren Zahnbürste für 1,99 Euro (z. B. Villa Lavenda: Stil und Borsten aus Bambus, ohne Weichmacher und Mineralöl) fängt es an; kleine Tube (max. 10 mg) kaufen und höchstens linsengroße Portionen auf die Bürste. Die dicken Stränge dienen nur der Werbung. Da normal zum Verbrauchsende bis zu 14% in der Tube bleiben, zeitig aufrollen und mit Papierklammer (z. B. im Zehnerpack für 2 Euro bei Rossmann) fixieren, dann bleibt nur noch ein winziger Rest. Elektrische Zahnbürsten bringen nicht mehr an Hygiene. Diese Hilfe läßt sich übrigens auf fast alle Tuben anwenden.
Rückgabe gebrauchter Elektrogeräte: Ab 2022 muss jeder Verkäufer von Elektro- und Elektronikgeräten diese kostenlos zurücknehmen, auch wenn sie dort gar nicht gekauft wurden, sofern seine Lager- und Versandflächen mindestens 400 m² aufweisen oder die gesamten Lager- und Versandflächen mindestens 800 m² betragen. Das gilt auch beim Vertrieb unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln. Man sollte sich vorher erkundigen, wo das Altgerät abzugeben ist. Es darf sich allerdings nicht zu weit vom Hersteller befinden.

.01.07.2023          Der Dichter Eugen Roth
Diesen ebenso beliebten wie bedeutenden deutschen Schriftsteller  und Dichter habe ich am 18.06.23 vorgestellt. Eines seiner  Gedicht ist an  Einfühlung und Sensibiltät unglaublich schön.

Die Rose

Als sich die Roe erhob, die Bürde
Ihres Blühens und Duftens zu tragen
Mit Lust:
Hat sie, dass  es der letzte sein würde
Von ihren Tagen,
Noch nicht gewusst

Nur, dass sie glühender noch werden müsste,
Reiner und seliger hingegeben
Dem Licht
Spürte sie – ach, dass zum Tode sich rüste
Bedachte sie nicht….
So wildes Leben,

Als dann am Abend mit Mühe der Stengel
ihre hingeatmete Süße noch trug,
Hauchte sie, fallend dem kühlen Engel
Welk vor die Füße:
“War es genug?”